Erhalt der Berufsschulstandorte an Lahn und Dill

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Rede zur Sicherung eines breiten Ausbildungsangebots im Lahn-Dill-Kreis in der 25. Kreistagssitzung am 24.06.2019,
gehalten von Sebastian Brockhoff, B’90/Grüne, Mitglied des Kreistages.

Sehr geehrte Frau Vorsitzende,
sehr geehrte Damen und Herren,

die Situation der Berufsschulen im LDK begleitet uns schon eine ganze Weile, insbesondere im Schulausschuss, in dem solche Diskussionen durchaus aktueller geführt werden als hier. Das wir überhaupt im Vorfeld der drohenden Streichung von Berufsschulklassen darüber diskutieren, verdanken wir auch unserem Schuldezernenten und seiner Schulabteilung, die sich sehr früh mit der Thematik befasst, Gespräche geführt und uns informiert haben. Wir sind noch an einem recht frühen Zeitpunkt der Diskussion. An einem Zeitpunkt, an dem wir noch aktiv werden können und uns in den Verlauf einbringen können.

Dies sieht man auch an der Entwicklung, die seit der Einbringung des Antrags genommen wurde. Seit der Einbringung des Antrages hat sich die Situation etwas verändert. Wir sprechen nun davon, dass die Zahlen der stark betroffenen HoGa-Berufe bis zum Schuljahr 2023/2024 zu beobachten sind. Erst dann wird eine endgültige Entscheidung zu fällen sein.

Dies bestärkt die vorgebrachte Resolution nochmals. Neben den Aktivitäten des Schuldezernenten und seiner Abteilung können auch wir heute unsere Position deutlich machen und darauf drängen, dass regionale Gegebenheiten zu berücksichtigen sind und nicht nur ein reines Zahlenspiel durchgeführt werden darf.

Der Kreis als Schulträger hat nach den Vorgaben zu handeln, die ihm gemacht werden. Diese Vorgaben liegen aktuell bei 15 Schüler*innen pro Klasse. Was dies bedeutet, wissen wir alle: Es kann zur Streichung von Klassen und damit zu Zusammenlegungen von Standorten zu Bezirksfachklassen oder sogar Landesfachklassen führen. Im Wetteraukreis wird aktuell ein Schulentwicklungsplan diskutiert, der die Fusionierung zweier Berufsschulen vorsieht. Der HoGa-Bereich wird in Friedberg zentralisiert. Begründet wird dies, genau wie in unserer Diskussion, mit sinkenden Schüler*innenzahlen und den Vorgaben des HKM. (Dort gibt es laut Wetterauer Zeitung bei 64 Ausbildungsberufen in 51 davon nicht die geforderte Klassenstärke.)

Unserem Flächenlandkreis würde so etwas in seiner Attraktivität stark schaden, da die betroffenen Auszubildenden dann erhebliche Strecken für den schulischen Teil der Ausbildung zurücklegen müssten. Der Ausbildungsstandort an Lahn und Dill würde stark leiden.

Die Koalition in Hessen hat dieses Problem erkannt und in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten, dass wohnortnaher Berufsschulunterricht und die Anzahl von Berufsschulstandorten gesichert werden soll.

Wir sollten sie mit einer breiten Zustimmung an dieser Resolution heute darin unterstützen, antreiben und deutlich machen, dass nur dies der richtige Weg ist.

Natürlich müssen wir aber auch heute schon darauf schauen, was passiert, wenn sich die Situation nicht verbessert, also wenn weder die Rahmenbedingungen verändert werden noch die Berufe stärker nachgefragt werden. Dann werden wir über Kurz oder Lang Entscheidungen treffen müssen. Von uns wurde eine solche Entscheidung bereits getroffen, die Konzentration des Berufsfeld „Lebensmittelhandwerk“ (Bäcker und Metzger) an der Käthe-Kollwitz-Schule.

Aber, Fakt in Bezug andere „gefährdete“ Berufsfelder ist auch:

Die Betriebe haben nun vorerst Zeit gewonnen, ihre Ausbildungen für Schulabgänger*innen attraktiver zu machen.

Wir wollen auf die Landesregierung mit dieser Resolution einwirken.

Daher bitte ich um bereite Unterstützung, damit alle Beteiligten sehen, dass der Kreistag geschlossen hinter beiden Standorten im Kreis steht!

Vielen Dank.

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