© Petra Strehlau

Global denken, lokal handeln – kunststoffarm im LDK

 

Rede zum Koalitionsantrag „Global denken, lokal handeln – kunststoffarm im LDK“ in der 19. Kreistagssitzung am 28.09.2018,
gehalten von Petra Strehlau, B’90/Grüne, Mitglied des Kreistages.

Sehr verehrte Kreistagsvorsitzende Frau Müller,
Sehr geehrte Damen und Herren,

EU-weit fallen jährlich 26 Mio. Tonnen Plastikmüll an. Deutschland ist hier – mit einem Anteil von 11 Mio. t/Jahr – Europameister – ein trauriger Rekord!

Insbesondere Mikroplastik ist ein großes Problem, es ist klein und deswegen gefährlich. Kunststoffe, die kleiner als 2 mm sind, fallen durch die Raster der Klärschlamm- und Biogasanlagen. Somit landen sie schließlich in den Gärmitteln. Der Landwirt hat den „schwarzen Peter“. Plastikpartikel die über vergorenen Biodünger oder Klärschlamm auf den Feldern aufgebracht werden, landen in unserer Nahrungskette.

Um das zu verhindern, sollten Nahrungsmittel vor dem Gärprozess, z. B. in der Biogasanlage, komplett von Plastikverpackungen befreit werden. Privathaushalte sind dazu verpflichtet. Supermärkte und Abfallerzeuger sollten hier auch zur Verantwortung gezogen werden. Notfalls finanziell! Sie müssen zur Zeit nicht trennen. Ich halte dies für falsch.

Wozu dieser Antrag?

Seit unserer Antragsstellung am 15.05.18 ist Plastikmüll in sämtlichen Medien präsent. Jeden Tag findet sich etwas in den sozialen Netzen oder der Zeitung – viele Menschen sind mittlerweile sensibilisiert.

Mit Plastik sollte in allen Lebensbereichen bewusster und sorgfältiger umgegangen werden. Weniger ist mehr. Dazu gehören natürlich auch die Verwaltungen des Lahn-Dill-Kreises und aller Städte und Gemeinden!

Welche Gegenstände in den Verwaltungen sind aus Plastik oder unnötig in Plastik verpackt?

Sofern möglich, sollten diese bei Neuanschaffungen durch plastikfreie Alternativen ersetzt werden, so z.B. Pappregister statt Plastikregister, Schnellhefter aus Pappe statt aus Plastik, Getränkeautomaten die Glasflaschen oder Pappbecher nutzen, oder auch ganz einfach, keine Kapselmaschinen.

Und auch bei Veranstaltungen kann der Plastikmüll einfach reduziert werden z.B. mit Milchkännchen statt Einzelportionen oder einer Zuckerdose statt Tütchen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltungen haben gute Ideen. Sie sollten einbezogen werden.

Die Abfallwirtschaft denkt schon über die kreisweite Einführung der gelben Tonne nach. Ein guter Ansatz! Gelbe Säcke gehen kaputt, durch Windverwehungen landet Verpackungsmüll in der Natur, auf Bäumen, in Bächen, durch Zuläufe in den Fluss und weiter geht es ins Meer.

Liebe Kolleginnen und Kollegen; Es ist mir klar, dass wir alleine das Problem nicht lösen können, aber wir können im Lahn-Dill-Kreis ein Stück zur Lösung beitragen. Jede/r Einzelne von uns.

Beispiele: Schälen Sie ihr Obst selbst, statt es fertig geschält zu kaufen, nehmen Sie Brotdosen und Bienenwachstücher anstelle von Frappan, Alufolie oder Plastikbeuteln.

Erfreulich ist, dass auch der Handel dieses Thema mittlerweile für sich entdeckt hat. Selbst im Supermarkt, gibt es mittlerweile Schnellhefter aus Pappe. Zum Schulbeginn für den gleichen Preis pro Stück wie Plastikhefter. Immer mehr Handelsketten bieten loses Obst und Gemüse an – fehlen nur noch die Papiertüten dazu. Die Kosmetikindustrie wirbt mit mikroplastikfreien Hygieneprodukten usw.

Uns allen sollte die Umwelt besonders am Herzen liegen. Als Sporttaucherin habe ich schon so viel Müll unter Wasser gesehen, im See aber auch im Meer. Meeresschildkröten die Hemdchenbeutel umhängen haben, Seeigel mit Plastikverschlüssen geschmückt, bewohnte Aludosen uvm.

Daher bitte ich Sie um Unterstützung des Antrages.

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