Statement der Kreistagsfraktion zur Falkeneck Klinik

Die GRÜNE Kreistagsfraktion zur Falkeneck Klinik – Kritik an der Vermietung an einen neurologischen Reha-Anbieter

Mit dem Umzug der Akutgeriatrie sowie der Tagesklinik von Braunfels nach Wetzlar besteht die Chance, die Behandlung geriatrischer Patient*innen weiter zu verbessern. Durch die Bündelung von Wissen und Erfahrung kann die gute Versorgungsqualität hochgehalten werden. Die räumliche Nähe zu einer leistungsstarken Inneren Medizin erlaubt auch kurzfristige Untersuchungen, ohne lange Fahrten planen zu müssen. Außerdem können bedeutende Fördermittel des Bundes aus der „Krankenhausreform“ genutzt werden.

Gleichzeitig muss bedacht werden, wie Leerstände im Braunfelser Gebäude vermieden werden können. Originäre Aufgabe der Geschäftsführung ist es, hier finanzielle Risiken abzuwenden und sich frühzeitig um eine Weiterverwendung zu kümmern. Dies ist nun in der Form erfolgt, dass die bislang leerstehenden Stockwerke an einen neurologischen Reha-Anbieter vermietet wurden. Insofern hat die Geschäftsführung ihre Aufgabe formal erfüllt.

Unsere Kritik richtet sich gegen den Landrat. Regelmäßig weist er darauf hin, wie wichtig es ihm sei, Herausforderungen gemeinsam zu lösen und den Dialog zwischen Politik, Verwaltung und Gesellschaft zu suchen. Wenn die Aufgabe der Geschäftsführung also darin besteht, einen wirtschaftlichen Betrieb sicherzustellen, dann muss es Aufgabe des Landrats sein, inhaltlich zu gestalten.

Gerade bei einem so emotionalen Thema wie der Zukunft des Gesundheitsstandorts Braunfels hätte die Verwaltung die Möglichkeit gehabt, mit der Kommune Braunfels, der Interessengemeinschaft Krankenhaus Falkeneck, den ansässigen Gesundheitsdienstleistern und weiteren Akteuren in offenen Dialog zu treten. Eine wirksame und (ehemals) etablierte Plattform ist die Gesundheitskonferenz: Hier werden genau in diesem Sinne verschiedene Partner an einen Tisch gebracht und langfristige, tragfähige Lösungen für den Lahn-Dill-Kreis erarbeitet. Stattdessen werden nach Abschluss monatelanger Verhandlungen Tatsachen präsentiert. Dies schürt Unmut und Politikverdrossenheit.

Der Bedarf an neurologischen Rehabilitationsplätzen ist hoch und steigend. Dies gilt allerdings gleichermaßen für die Nachfrage nach geeignetem, spezialisiertem Personal: ärztliches Personal, aber auch und gerade Pflegekräfte, Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie und vieles mehr. Schon jetzt besteht bei der bereits etablierten BDH-Klinik in Braunfels ein Personalmangel, der dazu führt, dass vorhandene Reha-Plätze nicht belegt werden können. Mit der geplanten Ansiedelung einer weiteren neurologischen Reha-Einrichtung ist mit einer Verschärfung des Fachkräftemangels zu rechnen.

Wir fordern den Landrat auf, kein weiteres Vertrauen in Politik und Verwaltung zu verspielen. Die Stärkung des Gesundheitsstandortes Braunfels ist unser aller Anliegen. Hier sollten mit den beteiligten Akteuren gemeinsam Lösungen gefunden werden, um die Gesundheitsversorgung im Lahn-Dill-Kreis langfristig zu sichern.

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