
Wohnen, Bauen &
Sanieren

Wohnen ist für uns GRÜNE Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge.
Wohnen ist mehr als nur ein Dach über dem Kopf – Wohnen ist ein Grundrecht.
Seit 2013 nimmt die Einwohnerzahl im Lahn-Dill-Kreis wieder leicht zu. In den letzten vier Jahren lag sie bei etwa 254.000 Einwohner*innen.
In den größeren Kommunen insbesondere in den zentralen Orten bzw. den Mittelzentren besteht nach wie vor ein Bedarf an Neubaugebieten. Gerade mit Blick auf die demografische Entwicklung wollen wir der Innenbereichsentwicklung in den Städten und Gemeinden vor der Ausweisung neuer Bauflächen im Außenbereich ausdrücklich den Vorrang geben. Ein besonderes Anliegen ist uns GRÜNEN, dass das Bauen und Sanieren im Lahn- Dill-Kreis nach nachhaltigen Qualitätsmerkmalen erfolgt: Uns ist wichtig, dass bei Baumaßnahmen die Arbeiten umweltund klimaschonend und energiesparend durchgeführt werden. Die Kommunen, in deren Zuständigkeitsbereich dies gehört, sind aufgefordert, zu überprüfen, dass innerhalb von Neubaugebieten die in der Bauleitplanung geforderten Naturschutzmaßnahmen wie z. B. die Vermeidung von Bodenversiegelungen auch umgesetzt werden.
Wichtig sind auch die kommunalen Ausgleichsmaßnahmen, die fällig werden, wenn Wohn- und Gewerbegebäude errichtet wurden. Die zu leistenden Ausgleichsmaßnahmen aller Gemeinden im Kreis wurden inzwischen von der Verwaltung erfasst. Die vorhandenen Defizite sollen kontinuierlich weiter abgebaut werden.
Viele Gebäude im gesamten Kreis sind nach wie vor schlecht gedämmt, haben veraltete Heizsysteme und schöpfen ihre Potentiale bei der Solarenergie nicht aus. Wir unterstützen deshalb Vorhaben zur Erneuerung bzw. Installation von Photovoltaik und energieeffizienten Heizungsund Warmwassertechnologien. Wir befürworten, dass die Kohlenstoffdioxidbilanz von neu geschaffenem oder saniertem Wohnraum einen möglichst kleinen Wert aufweist und damit die Energieeffizienz erhöht wird.
Damit der Wohnhausbestand bei allgemeinem Sanierungsbedarf auch tatsächlich energetisch nachhaltig saniert wird, schlagen wir eine Kampagne auf Kreisebene vor, die die Möglichkeiten der Sanierungsmaßnahmen sowie der Förderprogramme, die genutzt werden können, bekannt macht.
In einigen Kommunen des Kreises gibt es einen Bedarf an bezahlbarem und angemessenem Wohnraum, der nicht ausreichend bedient wird. Dies führt dazu, dassinsbesondere Menschen mit geringem Einkommen, aber auch junge Familien, keinen bezahlbaren Wohnraum in diesen Kommunen finden. Daher setzen wir uns dafür ein, dass die bestehenden Wohnbaugesellschaften ihren sozialen Auftrag wieder stärker beachten. Wir fordern, die Gewinnorientierung der kommunalen Wohnbaugesellschaften, an denen der Lahn-Dill-Kreis beteiligt ist, zu reduzieren.
Wir GRÜNE befürworten, dass die kommunale Wohnungspolitik jeweils vorausschauend agiert und Instrumente entwickelt und einsetzt, durch die mehr bezahlbarer Wohnraum klimagerecht und umweltschonend geschaffen wird.

Ökologie im Siedlungsgebiet
Wo Boden versiegelt wird, kann er seinen Aufgaben wie z. B. dem Filtern und Speichern von Wasser nicht mehr nachkommen. Alle Flächen, auf denen Bewuchs nicht möglich ist – dazu gehören auch die im Trend liegenden „Schottergärten“ -, sind für die Natur verloren, denn für die meisten Tiere und Pflanzen bieten sie keine Nahrung und keinen Lebensraum. Wir setzen uns dafür ein und unterstützen die Kommunen dabei, dass Flächenversiegelungen auf ein nötiges Minimum reduziert werden. Zudem sollen Ausgleichsflächen für Baugebiete ausgewiesen und gepflegt werden.
Neben der Einbeziehung von Naturschutzvereinen setzen wir uns dafür ein, die Bürger*innen so früh wie möglich an der Planung von Ausgleichsflächen wie z. B. Streuobstwiesen zu beteiligen.
Wir befürworten eine Weiterbildungspflicht für Kommunalarbeiter*innen zum Thema Landschaftspflege und Naturschutz, damit die kommunalen Maßnahmen vor Ort von Beginn an unter Naturund Umweltschutz-Aspekten geplant und durchgeführt werden können.
Wir setzen uns für umfassende Vogelschutzmaßnahmen an allen öffentlichen Gebäuden ein: Glasscheiben sollen vogelsicher gemacht und Nistmöglichkeiten – auch für Fledermäuse – im Siedlungsgebiet vermehrt geschaffen werden. Zum Schutz der Artenvielfalt gehört ganz maßgeblich auch der Schutz der Insekten. Wir befürworten, dass in den Kommunen einschließlich der Siedlungsgebiete für „Wilde Wiesen“ mit Hilfe von gebietsheimischem Saatgut als Lebensraum für Insekten gesorgt wird.
Zum Schutz der Insekten gehört jedoch nicht nur das Zur-Verfügung-Stellen von Lebensräumen. Insektenschutz bedeutet gerade auch im Siedlungsbereich Beleuchtung zu optimieren. Eine von vielen Ursachen für den dramatischen Rückgang von Insekten ist ein Zuviel an Licht zur falschen Tageszeit. Die Reduktion von zu viel Licht schützt nicht nur die Natur, sondern senkt auch den Energiebedarf und damit den Verbrauch von Ressourcen. Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass für den Lahn-Dill-Kreis ein intelligentes Lichtkonzept erstellt und umgesetzt wird, das den Menschen Licht nur dann spendet, wenn es nötig ist.