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Energie &
Klimaschutz

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Der Klimawandel wartet nicht – im Gegenteil!

Aktuelle Forschungsergebnisse der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft deuten darauf hin, dass die durchschnittliche Erderwärmung bereits im Jahr 2050 drei Grad Celsius erreichen könnte und damit viel früher als bisher befürchtet. Auch im Lahn-Dill-Kreis spüren wir die Auswirkungen der globalen Erwärmung: Bereits seit Jahren steigen die Temperaturen und Wetterextreme wie Hitzewellen oder Starkregenereignisse nehmen zu. Das wirkt sich auf Menschen und Umwelt aus. 

Weltweit erleben wir einen unfassbaren Verlust an biologischer Vielfalt. So zeigt der „Living Planet Report 2024“ der Umweltstiftung WWF, dass im Jahr 2020 weltweit bereits 73% der Arten, die 1970 noch existierten, unwiederbringlich ausgelöscht wurden. Hauptursache hierfür sind die Zerstörung der Natur sowie die Überbeanspruchung von Natur und Landschaft. Biologische Vielfalt ist aber notwendig für gesunde Böden, sauberes Wasser und reine Luft und damit überlebensnotwendig für uns alle. Wenn wir die Natur schützen, dann schützen wir auch uns Menschen!

Die ökologische Krise ist schon lange kein Problem der Zukunft mehr. Sie ist da und wir müssen handeln – und zwar jetzt! 

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Klimaschutz vor Ort bedeutet kommunale Energiewende

Klimaschutz und Klimaanpassung dulden keinen Aufschub mehr!

Uns ist bewusst, dass die ökologische Krise nur global gelöst werden kann. Jede Kommune und jeder Landkreis muss jedoch seinen Beitrag dazu leisten. Gerade hier auf lokaler Ebene wird Klimaschutz für jede und jeden unmittelbar erfahrbar und realisierbar. Bei unserem Handeln vor Ort denken wir die nachfolgenden Generationen mit, damit wir ihnen eine lebenswerte Region hinterlassen können.

Wichtigstes klimapolitisches Ziel von uns GRÜNEN sind Maßnahmen zur Reduzierung des Treibhauseffekts. Wir GRÜNE fühlen uns dem Pariser Klimaabkommen verpflichtet und damit dem Ziel, die Erderwärmung auf 1,5°C gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. CO2-Neutralität bis 2050 allein reicht zum Erreichen dieses Ziels nicht aus. Verbunden mit dem 1,5°C-Ziel ist deshalb ein gesamtgesellschaftlicher Transformationsprozess, der jedes Land, jede Kommune, jedes Unternehmen sowie jede Bürgerin und jeden Bürger betrifft. Wir sehen diesen Prozess als Chance, unsere Lebensgrundlage zu sichern und gleichzeitig die Lebensqualität zu verbessern sowie durch (Energie-) Einsparungen ökonomisch davon zu profitieren.

Das Zeitalter der fossilen Energieträger klingt aus; die ökologische Moderne mit dem Grundprinzip der Nachhaltigkeit hat begonnen. Wir GRÜNE entwickeln es weiter. Bereits seit 2016 gibt es deshalb für den Lahn-Dill-Kreis eine inzwischen unbefristete Stelle für Klimaschutzmanagement, durch die dieser wichtige Prozess kontinuierlich begleitet wird.

Neben dem Klimaschutz sind auch Maßnahmen zur Klimaanpassung bedeutsam. Viele klimatische Veränderungen finden bereits statt und wirken sich auf unsere Ökosysteme und so auf unseren Alltag aus. Wir müssen ihnen durch entsprechende Anpassungsbemühungen entgegenwirken.

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Erneuerbare Energien ausbauen, die Energieeffizienz steigern

Der einfachste Weg, das Klima zu schützen, ist, energiesparsam zu haushalten, indem wir Energie effizienter nutzen. Wir GRÜNE wollen noch stärker als bisher durch Aufklärung und Vorzeigeprojekte für Energieeffizienz werben.

Gemeinsam mit den verschiedenen Akteuren vor Ort werden wir GRÜNE deshalb die klimapolitischen Vorteile von Photovoltaik (PV) und Solarthermie weiter bekannt machen und ihren Ausbau auf den Dachflächen der Verwaltungsgebäude und der Schulen des Lahn- Dill-Kreises, der ohne zusätzlichen Flächenverbrauch möglich ist, fördern.

Wir fordern die Einführung einer Solarpflicht für Neubauten im öffentlichen, gewerblichen und privaten Bereich. Den Aufbau von PV-Anlagen auch auf Bestandsgebäuden wollen wir unterstützen. Mittlerweile sind die Preise von Solaranlagen so stark gesunken, dass diese Form der Energieerzeugung auch wirtschaftliche Vorteile für Betreiber*innen und Nutzer*innen bringt. In dem Zusammenhang bestehende Bürokratische Hürden müssen abgebaut und die Installation sowie Inbetriebnahme deutlich erleichtert werden.

Mit Hilfe der Agri-Photovoltaik können Flächen gleichzeitig für landwirtschaftliche Produktion und für klimaneutrale und regionale Energiegewinnung genutzt werden. Durch die Montage der Solar-Module in bis zu fünf Metern Höhe kann unter ihnen Ackerbau und Grünlandbewirtschaftung betrieben werden. Durch die teilweise Verschattung der Flächen durch die Solar-Module werden die Böden während der zu erwartenden Hitzesommer vor Austrocknung geschützt und die Erträge gesteigert. Die Agri-Photovoltaik leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung. Sie ist eine Technik, die wir GRÜNEN ausdrücklich befürworten.

Im Falle der Windkraft ist zu prüfen, welche weiteren Flächen dafür infrage kommen. Auch Batterieparks zur Speicherung überschüssiger Energie und zur Entlastung der Netze müssen mitgedacht werden. Die so erzielten Gewinne verbleiben in den jeweiligen Kommunen. Eine frühzeitige Einbindung der Bürger*innen und Naturschutzverbände vor Ort in die Planungen und Umsetzungen sowie in Beteiligungen begrüßen wir ausdrücklich, denn sie trägt erheblich zur Akzeptanz der geplanten Maßnahmen bei.

Auch die Bereitstellung von Wärme durch erneuerbare Energien ist möglich und dringend nötig.

Wir GRÜNE setzen uns für eine Erweiterung der Energie- und Verbraucher*innenberatung ein, die derzeit schon zusammen mit der Verbraucherzentrale und dem Klimaschutzmanagement erfolgt. Ziel dabei ist, (Wärme-) Energie effizienter und klimaneutral zu nutzen, Wärmeverluste zu minimieren bzw. weniger (Wärme-) Energie zu verbrauchen. Eine wichtige Maßnahme ist z. B. der Austausch veralteter Erdölheizungen gegen moderne Wärmepumpen oder Geothermie. Da der Lahn-Dill Kreis eine Gegend mit viel Wald als potentiellem Rohstoff ist, bieten sich auch Nahwärmesysteme auf Basis von Holz an.

Den Einsatz weiterer nachhaltiger Technologien wie Fernwärme, Biogasnutzung oder Solarthermie wollen wir über das Beratungsangebot ebenso verstärkt bewerben und uns für ihren vermehrten Einsatz stark machen.

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Mit gutem Beispiel voran - Klimaneutralität für alle kreiseigenen Gebäude

Die Kreisverwaltung Lahn-Dill hat eine klare Vorbildfunktion in Sachen Klimaneutralität. Wir fordern eine verbindliche Photovoltaik-Pflicht für Neubauten kreiseigener Gebäude. Dabei sollten auch Zäune und Fassaden berücksichtigt werden. Für Bestandsgebäude ist zu prüfen, inwieweit Photovoltaik nachgerüstet werden kann. 

Des Weiteren fordern wir den Ausschluss von Öl- und Gasheizungen in Neubauten und grundsanierten Gebäuden des Kreises festzuschreiben. 

Doch Einzelmaßnahmen reichen nicht: Es muss ein umfassendes, nachhaltiges Energiekonzept für alle kreiseigenen Liegenschaften erstellt werden, das aufzeigt, wie der vollständige Umstieg auf erneuerbare Energien gelingen kann. Ein wichtiger Hebel hierbei kann ein sogenannter Strombilanzkreis oder auch Energie Sharing sein, um erneuerbare Energien effizienter zu nutzen und so die Kosten für den Kreis zu senken. Die umliegenden Kommunen sind über deren Stadtwerke oder die EAM in diesen Kreislauf einzubinden. Zudem setzen wir auf Smart-City-Lösungen – digitale Technologien, die durch Echtzeit-Monitoring und intelligente Steuerung von Heizungen, Lüftungen, etc. den Energieverbrauch gezielt reduzieren. 

Entscheidend ist eine konsequente Umsetzung der Beschlüsse. Innerhalb der Verwaltung müssen Mitarbeiter*innen Leitfäden an die Hand gegeben werden, um Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen schneller umsetzen und die Auflagen besser überprüfen zu können.